Der Wärmetauscherwirkungsgrad gibt an, in welchem Verhältnis sich die Austrittstemperatur eines zu erwärmenden oder abzukühlenden Mediums zur physikalisch möglichen Grenze befindet. Bei einem Wirkungsgrad von 100 % hat der Wärmetauscher seine Grenzleistung. Da der Wärmetauscherwirkungsgrad stark von der Art und Weise abhängt, wie der Wärmetauscher betrieben wird, spricht man häufig von der Betriebscharakteristik.
Für die Berechnung des Wirkungsgrades ist es wichtig, vorher den Betriebszustand des Wärmetauschers zu betrachten. Folgende Fragen spielen dabei eine Rolle:
Zu 1 – Kühlen oder erwärmen
Soll ein Medium gekühlt werden, kann es bei unendlich großer Heizfläche des Wärmetauschers die Temperatur des Kühlmediums erreichen. Umgekehrtes gilt, wenn das Medium erwärmt werden soll.
Am Eintritt x₁ hat das heiße Medium die Temperatur t₁₁, das zu erwärmende Medium erreicht dort t₂₂ = t₁₁. Am Austritt x₂ hat das heiße Medium seine Wärme abgegeben: t₁₂ = t₂₁.
Zu 2 – Welche Medien
Weiß man, welche Medien sich im Wärmetauscher befinden, erhält man eine Aussage über die spezifische Wärmekapazität cp der beiden Medien. Diese beschreibt die Fähigkeit eines Stoffes, thermische Energie zu speichern. Ist die spezifische Wärmekapazität des kalten Mediums niedriger als die des heißen Mediums, kann dieses bei ansonsten gleichen Rahmenbedingungen schlechter erwärmt werden, als wenn die spezifischen Wärmekapazitäten gleich wären.
Zu 3 – Massenströme und Wärmekapazitätsströme
Kennt man die Massenströme der beiden Medien, lässt sich der Wärmekapazitätsstrom Ẇ der beiden Stoffströme 1 und 2 berechnen. Welcher der beiden kleiner ist, entscheidet über den Rechenweg. Drei Fälle sind zu unterscheiden: